Jul 03

Donnerstag

Anlass dieses Beitrags ist eigentlich, dass ich heute Einkaufen war, doch dazu später mehr…

Ich habe vor längerer Zeit mal eine Sendung von Johannes B. Kerner zum Thema Deutschland und Luxus (zumindest in Teilen) gesehen. Unter anderem war auch André Rieu zu Gast und er sagte so etwas wie: “Solange wir im Supermarkt vor einem Regal mit zehn verschiedenen Sorten Chips stehen, denke ich nicht, dass es Deutschland schlecht geht [...]” (sinngemäße Wiedergabe).

Damals dachte ich, dass dies ein sehr schönes Bild ist, woran man Wohlstand erkennen kann. Auf den ersten Blick zumindest, da dies ja noch nicht bedeutet, dass es genug Abnehmer gibt, die genug Geld aufbringen können diese Waren auch zu kaufen. Im großen Ganzen dürfte das allerdings zutreffen, da in der freien sozialen Marktwirtschaft das Angebot durch die Nachfrage bestimmt wird.

Nun heute war ich aber keine Chips, sondern Duschgel kaufen. Ich hielt dies zuerst für eine leichte Aufgabe, da auf meinem Einkaufszettel nur das Wort “Duschgel” stand und ich somit frei von Restriktionen, quasi nach Lust-und-Laune-Prinzip zuschlagen konnte. Einzige Hürde, die ich im voraus vermutete, war die benötigte Anzahl von 15 Stück.
Ich gehe also in einen Drogeriemarkt einer (nach Einwohnerzahl) Großstadt um Duschgel zu kaufen. Fehlanzeige, denn ich kann von einer Sorte keine 15 Stück bekommen; maximal 5-7 wären verfügbar gewesen.

Daraufhin habe ich mich zum nächst größeren Drogeriemarkt etwas außerhalb des Zentrums bewegt, um dort nochmals mein Glück zu versuchen. Dort lächelt mich schon ein ganzer Stapel mit Duschgel im Angebot auf einer großen Palette an! Als ich nähere herantrete sehe ich, dass es sich sogar im Doppelpackungen handelt, die sogar noch preisreduziert sind. Ich werfe acht Stück in einen Karton und begebe mich in Richtung Kasse, da stehe ich plötzlich direkt vor einem ganzen Regal voller Duschgel und diverser anderer Körperhygieneartikel!
Beim Anblick dieses Regals ist mir dann aufgefallen, dass es eigentlich garkein schnödes Duschgel mehr zu kaufen gibt. Selbst das, welches ich in der Hand halte nicht. Überall sind Zusatzstoffe enthalten, die für ein “besonderes Wohlbefinden” und der Gleichen mehr sorgen sollen. Da kommen Inhaltsstoffe zutage, die andere sich beim Frühstück auf´s Brot schmieren. Wer braucht so etwas? Ich ging kopfschüttelnd zur Kasse.

Lobend erwähnen wollte ich ander Stelle noch die Nivea for men Serie. Da gibt es, verglichen mit dem gesamtem Sortiment an Duschgels, nicht viele Ausweichmöglichkeiten. Darum ist das Produkt wohl auch an Männer gerichtet. Es soll sauber machen beim Duschen und nicht zu 13,4% aus Oliven bestehen, die ich sonst auch nur auf der Pizza dulde!

Andererseits stellt man sich die Frage, ob dann alle anderen Duschlotionen nur für Frauen sind? Falls das so wäre, bewegen wir uns dann schon bald in Richtung Unisex-Duschzeug?

In diesem Sinne…die Vielfalt der Dinge ;-)

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