Sep 29

Montag

In einem Forum zur xbox360 kamen die Teilnehmer mal wieder auf das Thema “Killerspiele” und ich kam nicht drumherum auch mal was aus meiner Sicht dazu beizutragen. Ich habe den Auszug direkt übernommen, daher kann es vorkommen, dass nicht jeder Satz auf Anhieb einen Sinn ergibt für Außenstehende.

[...]

Das ist natürlich ein Thema, was sich super verallgemeinern lässt. Genau das machen auch die Politiker mit “Killerspielen”.

@<Teilnehmer> muss ich teilweise Recht geben, denn was man dem Kind “zutraut” zu spielen liegt im Ermessen der Eltern und nicht irgendeiner Altersvorgabe, die der Staat für angemessen hält.

Es gibt viel mehr Jugendliche, die durch solche Spiele beeinflussen lassen als Kinder. Denn Kindern fehlt zum Einen oftmals der Bezug des Spiels zur Realität und zum Anderen sind sie nicht dem gesellschaftlichen Druck eines beispielsweisen Pubertierenden ausgesetzt.

Das ein Erwachsener vor dem Spiel sitzt ändert übrigens nicht am Spiel selbst, denn es bleibt ein Spiel bei dem die Tötung von Menschen möglichst realitätsnah umgesetzt werden soll. Von der Verharmlosung solcher Debatten sollte man also absehen.

Falsch ist auch die Schuld immer auf die Politiker zu schieben. Viele Ereignisse in der Vergangenheit haben gezeigt, dass Eltern sich nicht genügend mit Materie der Spiele befassen. Das hängt auch damit zusammen, das in vielen Familien beide Elternteile berufstätig sind und sie sich somit auch weniger mit ihrem Kind beschäftigen als das früher etwa der Fall war. Das ist genau so wie die steigende Gewaltbereitschaft der Jugendlichen ein Problem unserer heutigen Gesellschaft.

Ich für meinen Teil denke, dass die strengere Kontrolle von Altersvorgaben sehr wohl von Nöten sind. Manchmal frage ich mich allerdings, ob die Kriterien, nach denen Altersabstufungen gesetzt werden realistisch und angemessen sind. Was einen zu der Frage bringen mag, wer solche Bewertungen eigentlich durchführt? Sind es tatsächlich auch Leute, die Ahnung haben von den jeweiligen Spielen.

Auf der anderen Seite, sollten sich Eltern viel mehr um die Interessen und Gedanken ihrer Kinder kümmern und sich auch mit ihren Problemen auseinander setzen. Denn nur auf diese Art und Weise kann man als Eltern gewährleisten, dass man nicht den Draht zu ihnen verliert und sie in “andere Welten” abtauchen und sie so versuchen ihren Frust abzubauen.

Um nochmal zum eigentlichen Topic zurück zu kommen:

Phillips Eltern haben sich wohl schon gewisse Sorgen um die Thematik gemacht, ansonsten würden sie sicherlich nicht die Funktion des “Familientimers” einsetzen und es wäre ihnen schlichtweg egal, wie lange ihr Sohn spielt. Aber wie ich vermute, haben sie es nicht bis zur letzten Konsequenz durchdacht. Denn ich wage es zu bezweifeln, dass ein 12-Jähriger in der Lage ist die Thematik der genannten Spiele zu erfassen und die Grenze zwischen “Gut” und “Böse” zu ziehen.

Gerade junge Eltern sind oft nicht in der Lage solche Situationen richtig einzuschätzen. Vor ein paar Wochen war ich in einem Spieleladen und habe gehört, wie ein junger Vater und seine Freundin den Verkäufer gefragt haben, ab wann denn ein Kind den Nintendo DS bekommen kann. Dabei stellte sich heraus, dass der Sohn erst vier Jahre alt war. ich gehe davon aus, dass der Vater selbst einen DS wollte und einen Vorwand gesucht hat ;-)

Der Verkäufer war aber genau, wie ich der Meinung, dass es noch etwas zu früh sei. Man muss sich nur mal überlegen, was für das Kind in diesem Alter wichtig ist: Lesen, Schreiben, Rechnen, Kommunikation und Spiel mit Gleichaltrigen usw. Das wären alles Schritte, die der Junge evtl. verpasst, weil ihn seine Eltern an den DS geklemmt haben. Man muss sich überlegen, ob man seinem Kind damit wirklich einen Gefallen tut. Dafür muss man die Konsequenzen einer Materie, wie den “Videospielen” kennen, denn dazu sind vorallem Kinder, aber auch Jugendliche noch nicht in der Lage. Der Satz “aus Fehlern lernt man” greift hier leider nicht, da die Unterscheidung zwischen “Richtig” und “Falsch” noch garnicht getroffen werden kann. Diese Tatsache ist keine Frage des Alters, sondern des Verstehens und Begreifens und im Endeffekt der Erziehung.

So jetzt haben auch die Eltern mal wieder ihr Fett weg. Man sollte aber nicht vergessen, dass dies sehr schlecht verallgemeinert werden kann, da es gerade bei der Erziehung sehr große Unterschiede gibt. Es kommt eben auf den Stamm an, von dem der Apfel fällt.

Ich habe meine erste Spielekonsole (die xbo360) erst mit 21 Jahren bekommen und musst sie mir selbst kaufen.

Meine Eltern haben mich damals mit einem PC bestückt und das hat nun einen Informatiker aus mir gemacht ;-)

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