Mai 25

Montag

Prioritäten richtig setzen

geschrieben von Lenny um 17:00 Uhr.

Habe heute mit einem Kollegen aus einer anderen Abteilung telefoniert.

Er hat mir berichtet, dass er zu nichts mehr kommt und immer mehr Arbeitsaufträge auf seinen Tisch flattern.

Humorvoll sagte er:

Du weißt ja, wie das bei uns ist…alte Systeme bedürfen keiner Pflege und Hauptsache ein neues Lämpchen blinkt.

Fand ich sehr treffend.

Immer mehr neue Arbeit kommt dazu und niemand denkt auch nur im Traum daran, dass man vielleicht auch etwas Zeit bräuchte, um alte Bestände aufzuarbeiten. Geschweige denn, regelmäßige Pflege und Wartung, von bestehenden Systemen, zu betreiben.

Das bedeutet im Endeffekt, sobald ein System läuft, wird es nicht mehr angefasst. Jedenfalls funktioniert das so lange, bis tatsächlich ein Fehler auftritt, der meistens erst von Dritten/Kunden/außerhalb bemerkt wird. Dann gilt es schnell zu handeln und es wird notdürftig geflickt.

Schon befindet man sich in einem Teufelskreis, aus dem man so schnell nicht mehr herauskommt und zwar aus reinem Zeitmangel. Wahrscheinlich auch nichtmal aus Eigenverschulden, denn in der Regel bekommen neue Projekte aus der Chefetage direkt eine höhere Priorität, als alles Andere, zugewiesen.

Begegnen kann man solchen Problemen eigentlich nur, wenn man versucht den Vorgesetzen plausibel zu machen, warum man mehr Zeit braucht und warum auch Qualitätsmanagement und Pflege sehr wichtig sind.

Hat man einen weniger einsichtigen Chef, so kann man evtl. noch etwas Zeit herausschlagen, indem die Absprachen, der am Projekt beteiligten Personen, besser aufeinander abgestimmt werden und man sich gegenseitig den Rücken stärkt. So könnte man trotz Zeitdruck verhindern, als Einzelner, in ein offenes Messer in der Hand des Managements zu laufen.

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