Mrz 09

Dienstag

Alt, aber gut!

geschrieben von Lenny um 17:01 Uhr.

Jetzt, da das Wetter etwas sonniger wird, habe ich mich mal aufgerafft und meine DSLR sammt Zubehör ausgemottet.

Bei der Kamera handelt es sich um eine Sony Alpha 350. Diese hat bekannterweise einen A-Bajonett-Anschluss, an den auch alte Objektive von Minolta passen. Solche alten Gläser kann man vergleichsweise günstig via Ebay ergattern. Wenn man sich dabei an mehr oder weniger ambitionierte Hobbyfotografen wendet, kann man recht sicher sein, dass man je nach Alter ein Objektiv bekommt, dass mäßige äußere gebrauchsspuren hat und keine Kratzer auf den Linsen aufweisen, die die Qualität der Fotos beinträchtigen könnte. Beachten sollte man nach Möglichkeit natürlich auch, dass sich kein Staub im inneren des Gehäuses befindet.

Im Vorfeld sollte man sich ggf. erkundigen, ob das Objektiv überhaupt kompatibel mit einer digitalen Kamera ist. Das Problem besteht darin, dass die Objektive für Kleinbild-Diafilme als Medium ausgelegt sind. Der lichtempfindliche Chip einer DSLR ist in der Regel kleiner. Der Größenunterschied vom digitalen Chip zum KB-Format wird meist als sogenannter “Crop-Faktor” bei der Kamera angegeben. Das gilt natürlich nicht für “Vollformat”-Kameras, wie beispielsweise die Sony A900.

Dieser Faktor beeinträchtigt auch die Brennweite: 50mm im KB-Format würden bei einer digitalen Kamera mit crop-Faktor 2 dann 100mm ergeben. Kritisch äußert sich das vorallem in kürzeren Brennweiten, wenn man denkt man hat ein gutes Weitwinkelobjektiv (f<50mm), welches dann aber aufgrund der Verdopplung der Brennweite, nur noch zum Normal- oder Teleobjektiv taugt.

Wenn ein Objektiv nicht “kompatibel” ist, kann das verschiedene Auswirkungen auf die Bilder haben: Verstärkte Vignettierung, Front- und Backfokus, Autofokus (AF) stellt nicht scharf, usw.

Entsprechende Erfahrungsberichte kann man im voraus aber über Foren und Webseiten beziehen. inEine sehr nützliche Webseite über Sony-/Minolta-Objektiv  habe ich in diesem Zusammenhang auf Dyxum gefunden. Die User-Bewertungen geben viel Aufschluss darüber, ob ein Objektiv für einen gewissen Zweck brauchbar ist, oder nicht.
Man muss allerdings bedenken, dass es früher nicht nur “Perlen” gab. Auch früher wurde schon versucht möglichst billig zu produzieren. Bei diesen Objektiven macht heutzutage leider oftmals das Material bzw. die Mechanik schlapp, oder sie weisen generell schlechte Werte, z.B. keine vernüftige Lichtstärke, auf. Bevor man sich ein solches gebraucht zulegt, sollte man lieber zu einem günstigen Kit-Objektiv aus der Neuzeit greifen.

Ein guter Anhaltspunkt ist, wie bei jeder Gebrauchtware, der damalige Neupreis. Dabei entspricht der Preis in DM (Deutsche Mark) grob dem heutigen Preis in Euro und man sollte annähernd die gleiche Qualität erwarten können, was die Verarbeitung betrifft.

Einige Hinweise zum Thema Front- und Backfokus findet man zum Beispiel im PDF-Dokument auf focustestchart.com. In diesem wird ausführlich erklärt, wie der Autofokus einer Kamera funktioniert und, wie man durch einige Tests Probleme mit dem Objektiv ausfindig machen kann. Viele der Fehlfunktionen lassen sich unter Umständen durch eine Rekalibrierung der Linsen durch den Kundendienst beheben. Bei teureren Objektiven, die nicht mehr vom Kundendienst betreut werden, lohnt sich evtl. noch ein Besuch in einer unabhängigen Fachwerkstatt.

Eine kurze Review zu meinem neuen Gebrauchten werde ich in kürze noch verfassen.

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