Nov 02

Mittwoch

Ich habe beschlossen, dass ich auch hier in der IT mal etwas typisch Deutsch machen werde:

Windows wird mich 14 Tage lang daran erinnern, dass mein Passwort abläuft. Statt es einfach direkt zu ändern, werde ich jedes Mal bei der Anmeldung die Meldung wegklicken.

Wenn es tatsächlich soweit ist, dass es abläuft und ich mich deswegen nicht mehr am System anmelden kann,  werde ich meckern, dass ich nicht hinreichend darauf hingewiesen wurde, dass mein Kennwort ausläuft.

Dieser Zyklus wiederholt sich dann etwa alle drei Monate.

Optional für Personen, die nicht in der IT-Abteilung arbeiten:
Der IT jedes Mal die Schuld geben, dass das Passwort nicht mehr funktioniert, obwohl man nichts geändert hat und behaupten es wäre garkeine Meldung hochgekommen. Darüber hinaus war es in der Vergangenheit auch noch nie so gewesen, dass man sein Passwort ändern musste und das obwohl man schon zig Jahre bei der Firma ist.

Jun 21

Dienstag

Subject: Macro – enabled worksheet

Guten Morgen ,

unsere Datei  Volker mit excel  VOFEBEST ist auf einmal nicht mehr worksheet sondern siehe oben .

Wie kann man wieder nur worksheet daraus machen ???

Wo liegt doch gleich die Datei? Wo geht der Zug?

Hab die Anfrage dann ohne Rückfrage sogar lösen können ;-)

 

Mai 25

Montag

Habe heute mit einem Kollegen aus einer anderen Abteilung telefoniert.

Er hat mir berichtet, dass er zu nichts mehr kommt und immer mehr Arbeitsaufträge auf seinen Tisch flattern.

Humorvoll sagte er:

Du weißt ja, wie das bei uns ist…alte Systeme bedürfen keiner Pflege und Hauptsache ein neues Lämpchen blinkt.

Fand ich sehr treffend.

Immer mehr neue Arbeit kommt dazu und niemand denkt auch nur im Traum daran, dass man vielleicht auch etwas Zeit bräuchte, um alte Bestände aufzuarbeiten. Geschweige denn, regelmäßige Pflege und Wartung, von bestehenden Systemen, zu betreiben.

Das bedeutet im Endeffekt, sobald ein System läuft, wird es nicht mehr angefasst. Jedenfalls funktioniert das so lange, bis tatsächlich ein Fehler auftritt, der meistens erst von Dritten/Kunden/außerhalb bemerkt wird. Dann gilt es schnell zu handeln und es wird notdürftig geflickt.

Schon befindet man sich in einem Teufelskreis, aus dem man so schnell nicht mehr herauskommt und zwar aus reinem Zeitmangel. Wahrscheinlich auch nichtmal aus Eigenverschulden, denn in der Regel bekommen neue Projekte aus der Chefetage direkt eine höhere Priorität, als alles Andere, zugewiesen.

Begegnen kann man solchen Problemen eigentlich nur, wenn man versucht den Vorgesetzen plausibel zu machen, warum man mehr Zeit braucht und warum auch Qualitätsmanagement und Pflege sehr wichtig sind.

Hat man einen weniger einsichtigen Chef, so kann man evtl. noch etwas Zeit herausschlagen, indem die Absprachen, der am Projekt beteiligten Personen, besser aufeinander abgestimmt werden und man sich gegenseitig den Rücken stärkt. So könnte man trotz Zeitdruck verhindern, als Einzelner, in ein offenes Messer in der Hand des Managements zu laufen.

Apr 16

Donnerstag

Eine Kollegin kam heute zu mir ins Büro und fragte, was der Unterschied zwischen Digital und Analog sei?
Ich habe dann herausgefunden, dass sie das im Zusammenhang mit ihrem Fernseher wissen wollte.

Darauf hin habe ich sie gefragt, wie lange es dauert beim Umschalten des Programms, bis wieder das Bild kommt?

Dann macht sie nur: “Zapp-Ding, Zapp-Ding, Zapp-Ding, …” und erklärt: “Ding ist immer wenn das Bild kommt!”

Sie hat also einen digitalen Receiver ;)

Noch zur Erläuterung:

Beim analogen Fernsehsignal ist Bild und Ton eigentlich direkt beim Umschalten wieder da und man hat nur einen kaum wahrnehmbaren Sprung. Ein weiteres Merkmale wäre, dass bei schlechtem Empfang das digitale Signal, also das Bild, direkt weg ist; wohingegen beim Analogen meist nur das Bild (in Form von Schnee/Ameisen/Streifen) schlechter wird.

Aber ihre Zapp-Ding-Erklärung fand ich einfach Klasse ;-)

Jul 03

Donnerstag

Anlass dieses Beitrags ist eigentlich, dass ich heute Einkaufen war, doch dazu später mehr…

Ich habe vor längerer Zeit mal eine Sendung von Johannes B. Kerner zum Thema Deutschland und Luxus (zumindest in Teilen) gesehen. Unter anderem war auch André Rieu zu Gast und er sagte so etwas wie: “Solange wir im Supermarkt vor einem Regal mit zehn verschiedenen Sorten Chips stehen, denke ich nicht, dass es Deutschland schlecht geht [...]” (sinngemäße Wiedergabe).

Damals dachte ich, dass dies ein sehr schönes Bild ist, woran man Wohlstand erkennen kann. Auf den ersten Blick zumindest, da dies ja noch nicht bedeutet, dass es genug Abnehmer gibt, die genug Geld aufbringen können diese Waren auch zu kaufen. Im großen Ganzen dürfte das allerdings zutreffen, da in der freien sozialen Marktwirtschaft das Angebot durch die Nachfrage bestimmt wird.

Nun heute war ich aber keine Chips, sondern Duschgel kaufen. Ich hielt dies zuerst für eine leichte Aufgabe, da auf meinem Einkaufszettel nur das Wort “Duschgel” stand und ich somit frei von Restriktionen, quasi nach Lust-und-Laune-Prinzip zuschlagen konnte. Einzige Hürde, die ich im voraus vermutete, war die benötigte Anzahl von 15 Stück.
Ich gehe also in einen Drogeriemarkt einer (nach Einwohnerzahl) Großstadt um Duschgel zu kaufen. Fehlanzeige, denn ich kann von einer Sorte keine 15 Stück bekommen; maximal 5-7 wären verfügbar gewesen.

Daraufhin habe ich mich zum nächst größeren Drogeriemarkt etwas außerhalb des Zentrums bewegt, um dort nochmals mein Glück zu versuchen. Dort lächelt mich schon ein ganzer Stapel mit Duschgel im Angebot auf einer großen Palette an! Als ich nähere herantrete sehe ich, dass es sich sogar im Doppelpackungen handelt, die sogar noch preisreduziert sind. Ich werfe acht Stück in einen Karton und begebe mich in Richtung Kasse, da stehe ich plötzlich direkt vor einem ganzen Regal voller Duschgel und diverser anderer Körperhygieneartikel!
Beim Anblick dieses Regals ist mir dann aufgefallen, dass es eigentlich garkein schnödes Duschgel mehr zu kaufen gibt. Selbst das, welches ich in der Hand halte nicht. Überall sind Zusatzstoffe enthalten, die für ein “besonderes Wohlbefinden” und der Gleichen mehr sorgen sollen. Da kommen Inhaltsstoffe zutage, die andere sich beim Frühstück auf´s Brot schmieren. Wer braucht so etwas? Ich ging kopfschüttelnd zur Kasse.

Lobend erwähnen wollte ich ander Stelle noch die Nivea for men Serie. Da gibt es, verglichen mit dem gesamtem Sortiment an Duschgels, nicht viele Ausweichmöglichkeiten. Darum ist das Produkt wohl auch an Männer gerichtet. Es soll sauber machen beim Duschen und nicht zu 13,4% aus Oliven bestehen, die ich sonst auch nur auf der Pizza dulde!

Andererseits stellt man sich die Frage, ob dann alle anderen Duschlotionen nur für Frauen sind? Falls das so wäre, bewegen wir uns dann schon bald in Richtung Unisex-Duschzeug?

In diesem Sinne…die Vielfalt der Dinge ;-)